Der Jugendclub Teil 2


Alexandra Bury BOOSTEDT  SHZ 28.10,2019

 

Kita-Außenstelle bekommt Anbau


Platz für zwei neue Gruppen soll in der Boostedter „Waldsiedlung“ an der Von-dem-Borne-Straße geschaffen werden

 

 

 

Alexandra BuryBOOSTEDT Die Außenstelle der Boostedter Kindertagesstätte „Waldsiedlung“ an der Von-dem-Borne-Straße soll bis zum Beginn des kommenden Kita-Jahres am 1. August 2020 einen Erweiterungsbau für zwei Gruppen bekommen. Der Ausschuss für Jugend, Senioren, Sport und Soziales beschloss am Donnerstagabend einstimmig, dem Finanzausschuss zu empfehlen, Haushaltsmittel für das Jahr 2020 einzustellen.
„Nach dem aktuellen Stand des ‚Gute-Kita-Gesetzes‘ übernimmt das Land die Baukosten für die Schaffung neuer Kita-Plätze“, erklärte die Ausschussvorsitzende Kathrin Sawade (CDU). Die Möglichkeit der Erweiterung war bereits in der Planung für den im vergangenen Jahr eingeweihten Neubau mitbedacht.
Nach dem Bericht des Leiters der evangelisch-lutherischen Kita, Hartmut David, fehlt nach aktuellen Zahlen für das kommende Jahr mehr als eine Elementargruppe. Es fehlen 27 Plätze. Der Krippenbereich ist aktuell mit 55 Plätzen voll belegt, mehr Bedarf wurde bisher nicht angemeldet. In den drei Standorten am Dorfring, an der Waldsiedlung und im Seniorenheim Bergheim werden insgesamt 180 Kinder von 34 Mitarbeitern betreut, eine Stelle sei offen, so David. Zurzeit gibt es ein Betreuungsangebot von 7 bis 17 Uhr, eine Ausweitung der Zeiten werde geprüft. „Aufgabe einer Kita ist es abzufragen, was die Eltern brauchen“, sagte er.
Dietmar Borsch vom Kirchengemeinderat stellte den Haushaltsansatz der Kita für das kommende Jahr vor, der bei rund 2,1 Millionen Euro liegt. Den Löwenanteil an Ausgaben mit 1,5 Millionen machen dabei die Personalkosten aus. „Allerdings sind diese für die neu geplanten Gruppen da schon drin“, erklärte Kathrin Sawade. Der Gemeindeanteil bleibe wie in den Vorjahren auch bei 750.000 Euro.
Einigkeit herrschte im Ausschuss darüber, bei der Attraktivitätssteigerung der Spielplätze in Boostedt Kinder und Familien mit ins Boot zu holen. Der Ausschuss empfiehlt dem Finanzausschuss, 100.000 Euro für die Spielplätze bereitzustellen.
Die „Offene Jugendarbeit“ bekommt ab 1. Januar 2020 eine neue Leitung. Heinke Juds-Karow hatte bisher das Angebot am Sportplatz betreut – fast sieben Jahre lang. Ihre neuen Schwerpunkte werden Kita und Schule. Ihre Nachfolge steht noch nicht fest. Peter Windisch (UWB) kritisierte, die Gemeinde vernachlässige den Treffpunkt: „Die offene Jugendarbeit wird zu stiefmütterlich behandelt, die Räume im Keller haben nicht einmal ein WC.“ Kathrin Sawade bestätigte: „Wir müssen grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen schaffen.“

 

Leserbrief

 

Artikel vom 28.10.2019 („Kita – Außenstelle bekommt Anbau“

 

und „Jugendliche wollen mitreden“.

 

 

 

Mit Interesse habe ich Ihre Berichte über die Debatte im Jugend– und Sportausschuss in Boostedt sowie in dem Zusammenhang die Forderung der Jugendlichen in Neumünster für die notwendige Einrichtung eines Jugendbeirates im Rahmen der offenen Jugendarbeit gelesen.

 

Ich möchte Herrn Windisch in seiner Einstellung und Kritik zur mangelnden Jugendarbeit in Boostedt zustimmen. Ja, es stimmt, dass in Boostedt viel Geld für die „Kleinen“ der Kita und der Schule (ich sage nur: Bildungszentrum, A5 - Gebäude und die Aufenthaltsräume für eine Tagesmutter in der Wohnung, Hof Lübbe) sowie für die Senioren  mit dem damaligen Sonder-anbau im Hof Lübbe ausgegeben wurde und weiterhin ausgegeben wird, und das ist auch gut so.

 

Aber es stimmt auch, dass leider die Schüler und Jugendlichen in Boostedt, also die 7 – 18 – jährigen, äußerst stiefmütterlich behandelt werden. So steht im Sportlertreff im Keller nur ein verhältnismäßig kleiner Raum mit kleinen Oberlichtern als Fenster zur Belichtung und Belüftung zur Verfügung. WC – oder Sanitärbereich = Fehlanzeige. Hinzu kommt ein kleines Gartenhäuschen, das von einem Gewerbebetrieb gestiftet wurde.

 

So wie es heißt, hat die jahrlange Betreuerin der Jugendlichen, die äußerst gute Arbeit mit den zur Verfügung stehenden geringen Möglichkeiten geleistet hat, ihre Tätigkeit zum Jahresende gekündigt, so dass die Jugendarbeit ab dann in Boostedt nicht nur bescheiden, sondern wahrscheinlich überhaupt nicht mehr stattfinden wird. Als Vater von zwei Kindern weiß ich das Mitteilungsbedürfnis der Kinder und Jugendlichen zu schätzen und dabei geht es nicht nur um spielerische Aktivitäten, sondern auch um das Bedürfnis der Mitbestimmung im Rahmen der politischen Angelegenheiten.

 

Es stimmt leider auch, dass in den letzten Wochen von irgendwelchen Jugendlichen in dem Bereich Vandalismus betrieben wurde, was selbstverständlich absolut nicht toleriert werden kann. Fest steht dabei jedenfalls, dass die betreuten Jugendlichen daran nicht beteiligt waren.

 

Die Betreuung der Jugend kann man nicht einfach aussitzen und vor sich herschieben. Warum werden die Jugendlichen und Schüler in die Zukunftsüberlegungen nicht mit eingebunden und nach ihren Wünschen befragt? So wie es einen Seniorenbeirat seit Jahren in Boostedt mit großem Erfolg gibt, sollten doch auch die Jugendlichen als Jugendbeirat ihre Meinungen und Wünsche in die politischen Gremien und Ausschüsse selbstbewusst und unabhängig einbringen. Trauen wir unserer Jugend diese Eigenständigkeit nicht zu?

 

Wir sollten mehr und vor allem zügig in die Jugend investieren, damit auch der Frust abgebaut oder gar nicht erst erzeugt wird, den manche Jugendliche durch mangelnde Berücksichtigung in ihrem Umfeld aufbauen.

 

 

 

Christian Dollowski

 Boostedt