Wann wachen die Ortspolitiker der großen Parteien in Boostedt endlich auf!

Die UWB forderte bereits  im Wahlprogramm mehr für die Jugend zu tun, einen Kinder- und Jugendbeirat zu gründen!

Ein Leserbrief vom 25.06.18 in der SHZ (unten) unterstreicht das. Weitere Briefe folgten!

Im JSSS Auschuss immer wieder gefordert von der UWB!

Der Jugendclub liegt im Keller des Sportlerheims. Nach fast sieben Jahren gibt Heinke Juds-Karow die Leitung ab. (A.Bury)

Alexandra Bury BOOSTEDT Die Außenstelle der Boostedter Kindertagesstätte „Waldsiedlung“ an der Von-dem-Borne-Straße soll bis zum Beginn des kommenden Kita-Jahres am 1. August 2020 einen Erweiterungsbau für zwei Gruppen bekommen. Der Ausschuss für Jugend, Senioren, Sport und Soziales beschloss am Donnerstagabend einstimmig, dem Finanzausschuss zu empfehlen, Haushaltsmittel für das Jahr 2020 einzustellen.

„Nach dem aktuellen Stand des ‚Gute-Kita-Gesetzes‘ übernimmt das Land die Baukosten für die Schaffung neuer Kita-Plätze“, erklärte die Ausschussvorsitzende Kathrin Sawade (CDU). Die Möglichkeit der Erweiterung war bereits in der Planung für den im vergangenen Jahr eingeweihten Neubau mitbedacht.

Nach dem Bericht des Leiters der evangelisch-lutherischen Kita, Hartmut David, fehlt nach aktuellen Zahlen für das kommende Jahr mehr als eine Elementargruppe. Es fehlen 27 Plätze. Der Krippenbereich ist aktuell mit 55 Plätzen voll belegt, mehr Bedarf wurde bisher nicht angemeldet. In den drei Standorten am Dorfring, an der Waldsiedlung und im Seniorenheim Bergheim werden insgesamt 180 Kinder von 34 Mitarbeitern betreut, eine Stelle sei offen, so David. Zurzeit gibt es ein Betreuungsangebot von 7 bis 17 Uhr, eine Ausweitung der Zeiten werde geprüft. „Aufgabe einer Kita ist es abzufragen, was die Eltern brauchen“, sagte er.

Dietmar Borsch vom Kirchengemeinderat stellte den Haushaltsansatz der Kita für das kommende Jahr vor, der bei rund 2,1 Millionen Euro liegt. Den Löwenanteil an Ausgaben mit 1,5 Millionen machen dabei die Personalkosten aus. „Allerdings sind diese für die neu geplanten Gruppen da schon drin“, erklärte Kathrin Sawade. Der Gemeindeanteil bleibe wie in den Vorjahren auch bei 750.000 Euro.

Einigkeit herrschte im Ausschuss darüber, bei der Attraktivitätssteigerung der Spielplätze in Boostedt Kinder und Familien mit ins Boot zu holen. Der Ausschuss empfiehlt dem Finanzausschuss, 100.000 Euro für die Spielplätze bereitzustellen.

Die „Offene Jugendarbeit“ bekommt ab 1. Januar 2020 eine neue Leitung. Heinke Juds-Karow hatte bisher das Angebot am Sportplatz betreut – fast sieben Jahre lang. Ihre neuen Schwerpunkte werden Kita und Schule. Ihre Nachfolge steht noch nicht fest. Peter Windisch (UWB) kritisierte, die Gemeinde vernachlässige den Treffpunkt: „Die offene Jugendarbeit wird zu stiefmütterlich behandelt, die Räume im Keller haben nicht einmal ein WC.“ Kathrin Sawade bestätigte: „Wir müssen grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen schaffen.“


Zwischen Schilda und Big Brother

Leserbrief zu „Überwachung per Video an der Schule“, Courier vom 15. Juni 2019

 

Originell ist die Idee der Videoüberwachung unserer Schule ja nicht – eher dem Zeitgeist geschuldet. Wir Bürger wissen von Überraschungen verschiedenster Art, zum Beispiel in Einkaufszentren, Sportstätten, auf Marktplätzen, in Behörden und Haushalten. Und wir wehren uns nicht, haben uns damit abgefunden. Big Brother ist unser ständiger Begleiter. George Orwells Roman „1984“ kommt mir in den Sinn. Aus Utopie wurde Realität. Aber auch Schilda scheint mir eine weitere Quelle der Inspiration unserer Dorfpolitiker zu sein. So wie in Schilda der Sonnenschein in Säcken gefangen wurde, sollen Vandalen mit Videokameras gestellt werden. Dazu sollte man aber wissen, dass es sich bei diesen Übeltätern vorwiegend um Jugendliche handelt.

Verbotsschilder schrecken sie nicht ab, sondern bestärken sie eher in ihrem Tun! Mutproben eben – wer von uns war nicht jung? Und einige der Jungen verstehen kein Deutsch. Wie wäre es mit Schildern in verschiedenen Sprachen? Und wegen der Dunkelheit bitte mit Beleuchtung. Ich rate zu Strahlern mit Bewegungsmeldern. Was fehlt, ist ein Vermummungsverbot und die Erlaubnis-Ausgabestelle für den gemeinen Boostedter Bürger. Nur so weist der Beschluss eventuell über Schilda hinaus. Also her mit der schönen neuen Welt! Danke für die längst fällige Initiative der Boostedter Groko. Diethard Kurzer Boostedt

 

Leserbrief
Jugendarbeit statt Kameras
Leserbrief zum Leserbrief von Diethard Kurzer „Zwischen Schilda und Big Brother“, Courier vom 21. Juni.19

Herr Kurzer bringt in seinem Leserbrief den Vergleich zwischen Schilda und Big Brother, und er spricht mir aus der Seele.
Mit Videokameras will man die Übeltäter für den Vandalismus und die Schmierereien nun endlich dingfest machen. Das beantragt von einer Fraktion, die sich auf Bundes-, Landes- und Kreisebene dagegen ausgesprochen hat. Jetzt wird jede Menge Geld durch die öffentliche Hand ausgegeben – zur fragwürdigen Behandlung der Symptome. Vielmehr sollte man sich jetzt damit beschäftigen, die Ursache anzugehen.
Unsere Jugend benötigt endlich einen attraktiven Treffpunkt. Zurzeit gestaltet sich die Jugendarbeit trotz mühsamen Engagements in einem kleinen Kellerraum ohne WC und Sanitärraum. Das ist mehr als ein stiefmütterliches Schattendasein.
Auch für meine jetzt erwachsenen Kinder hätte ich mir dies schon vor 20 Jahren gewünscht. Der Schulhof war schon immer Treffpunkt der Jugend, da es ja nie eine Alternative gab.
Für mehr Jugendarbeit wäre das Geld wesentlich besser eingesetzt. Die durch die kleine Fraktion beantragte Beleuchtung, gesteuert über Bewegungsmelder, wurde von der Groko als unzureichend abgelehnt. Eine Hoffnung gibt es noch. Das Bildungszentrum wird erst 2020 begonnen und im Frühjahr 2021 fertiggestellt. Vielleicht Zeit genug, dass mancher Politiker sich noch eines Besseren besinnt.

 

Rainer Reiter Boostedt