Jugendarbeit, Leserbrief.


Alexandra Bury BOOSTEDT  SHZ 28.10,2019


Die „Offene Jugendarbeit“ bekommt ab 1. Januar 2020 eine neue Leitung. Heinke Juds-Karow hatte bisher das Angebot am Sportplatz betreut – fast sieben Jahre lang. Ihre neuen Schwerpunkte werden Kita und Schule. Ihre Nachfolge steht noch nicht fest. Peter Windisch (UWB) kritisierte, die Gemeinde vernachlässige den Treffpunkt: „Die offene Jugendarbeit wird zu stiefmütterlich behandelt, die Räume im Keller haben nicht einmal ein WC.“ Kathrin Sawade bestätigte: „Wir müssen grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen schaffen.“



Leserbrief dazu!

 

Artikel vom 28.10.2019 („Kita – Außenstelle bekommt Anbau“

 und „Jugendliche wollen mitreden“.

Mit Interesse habe ich Ihre Berichte über die Debatte im Jugend– und Sportausschuss in Boostedt sowie in dem Zusammenhang die Forderung der Jugendlichen in Neumünster für die notwendige Einrichtung eines Jugendbeirates im Rahmen der offenen Jugendarbeit gelesen.

Ich möchte Herrn Windisch in seiner Einstellung und Kritik zur mangelnden Jugendarbeit in Boostedt zustimmen. Ja, es stimmt, dass in Boostedt viel Geld für die „Kleinen“ der Kita und der Schule (ich sage nur: Bildungszentrum, A5 - Gebäude und die Aufenthaltsräume für eine Tagesmutter in der Wohnung, Hof Lübbe) sowie für die Senioren  mit dem damaligen Sonder-anbau im Hof Lübbe ausgegeben wurde und weiterhin ausgegeben wird, und das ist auch gut so.

 

Aber es stimmt auch, dass leider die Schüler und Jugendlichen in Boostedt, also die 7 – 18 – jährigen, äußerst stiefmütterlich behandelt werden. So steht im Sportlertreff im Keller nur ein verhältnismäßig kleiner Raum mit kleinen Oberlichtern als Fenster zur Belichtung und Belüftung zur Verfügung. WC – oder Sanitärbereich = Fehlanzeige. Hinzu kommt ein kleines Gartenhäuschen, das von einem Gewerbebetrieb gestiftet wurde.

 

So wie es heißt, hat die jahrlange Betreuerin der Jugendlichen, die äußerst gute Arbeit mit den zur Verfügung stehenden geringen Möglichkeiten geleistet hat, ihre Tätigkeit zum Jahresende gekündigt, so dass die Jugendarbeit ab dann in Boostedt nicht nur bescheiden, sondern wahrscheinlich überhaupt nicht mehr stattfinden wird. Als Vater von zwei Kindern weiß ich das Mitteilungsbedürfnis der Kinder und Jugendlichen zu schätzen und dabei geht es nicht nur um spielerische Aktivitäten, sondern auch um das Bedürfnis der Mitbestimmung im Rahmen der politischen Angelegenheiten.

 

Es stimmt leider auch, dass in den letzten Wochen von irgendwelchen Jugendlichen in dem Bereich Vandalismus betrieben wurde, was selbstverständlich absolut nicht toleriert werden kann. Fest steht dabei jedenfalls, dass die betreuten Jugendlichen daran nicht beteiligt waren.

 

Die Betreuung der Jugend kann man nicht einfach aussitzen und vor sich herschieben. Warum werden die Jugendlichen und Schüler in die Zukunftsüberlegungen nicht mit eingebunden und nach ihren Wünschen befragt? So wie es einen Seniorenbeirat seit Jahren in Boostedt mit großem Erfolg gibt, sollten doch auch die Jugendlichen als Jugendbeirat ihre Meinungen und Wünsche in die politischen Gremien und Ausschüsse selbstbewusst und unabhängig einbringen. Trauen wir unserer Jugend diese Eigenständigkeit nicht zu?

Wir sollten mehr und vor allem zügig in die Jugend investieren, damit auch der Frust abgebaut oder gar nicht erst erzeugt wird, den manche Jugendliche durch mangelnde Berücksichtigung in ihrem Umfeld aufbauen.

 

Christian Dollowski

 Boostedt