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Zwei Anfragen, zwei unterschiedliche Antworten! Denkmalschutz in Boostedt                Rantzau Kaserne               und             Anno 1819 (Bericht unten)


 

 

 

 

      Rantzau-Kaserne in Boostedt unter Denkmalschutz:

 

       Denkmalschutz wird zum Problem für den Logistikpark

 

       Die Tietje -Gruppe will das ehemalige Kasernen-Gelände neu nutzen.

       Doch es gibt strenge Vorgaben.

       Von Alexandra Bury

       SHZ 19. Mai 2020

 

 

Boostedt | Das Gebiet der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt ist Konversionsfläche, wird also für eine neue Nutzung umgewandelt.

Die Tietje-Gruppe aus Itzehoe plant einen Gewerbe-und Logistikpark, der Denkmalschutz einiger Gebäude stellt das Unternehmen allerdings vor Herausforderungen.

 

Bereits seit November 2017 besteht für 21 Objekte Denkmalschutz. „Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt der ehemaligen Truppenunterkunft Boostedt von 1956/57. Es geht um eine Gruppe von Mannschaftsgebäuden sowie die begrünte Freifläche und die Kasernenmauer mit einem Bildfries“, sagt Tina Kotlewski vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein.

 

Erster Kasernenneubau in SH nach Einführung der Bundeswehr

 

Die Backsteinbauten wirken auf den ersten Blick gewöhnlich. Warum sie dennoch geschützt sind, erklärt die Gebietskonservatorin so: „Es ist der erste Kasernenneubau in Schleswig-Holstein nach Einführung der Bundeswehr und einer der ersten in der Bundesrepublik.

 

Die Anlage präsentiert sich als aufgelockerte Gruppe von Bauten, die organisch in das begrünte Gelände eingefügt ist. Eine strenge Ordnung mit Appellplatz und hierarchischer Gebäudestruktur wurde bewusst vermieden. Beabsichtigt war die Nähe zum aufgelockerten städtebaulichen Erscheinungsbild von Wohnsiedlungen jener Zeit.“



 

Verzicht auf Appellplatz und hierarchischer Struktur:Die Nähe zum aufgelockerten städtebaulichen Erscheinungsbild war ein Grund, die Gebäude sowie die begrünte Freifläche unter Denkmalschutz zu stellen.
Alexandra Bury
Die Nähe zum aufgelockerten städtebaulichen Erscheinungsbild war ein Grund, die Gebäude sowie die begrünte Freifläche unter Denkmalschutz zu stellen.
     Aber auch ein künstlerischer Aspekt begründete den Schutz, erläutert sie weiter:

 

Historisches Gutachten

Nachdem die Bundeswehr die Rantzau-Kaserne 2015 verlassen hatte, gab es Begehungen der Denkmalbehörde und ein historisches Gutachten. Das funkte nun den Plänen des Investors für ein Hochregallager dazwischen.

Für Kulturdenkmale ist ein Umgebungsschutz eingeräumt, durch den Veränderungen in der unmittelbaren Umgebung der Abstimmung bedürfen“, so Tina Kotlewski. Investor Tietje bleibt aber am Ball und passt sich den Vorgaben an, berichtet König weiter: „Die Einschränkungen sind aufgenommen. Ein endgültiger Plan, wo welches Gebäude hin soll, steht noch nicht fest.“

 

 

 

Industriecharme strahlt die denkmalgeschützte Heizzentrale mit ihren durch die Scheibe sichtbaren Rohren aus.
Alexandra Bury
Die denkmalgeschützte Heizzentrale strahlt mit ihren durch die Scheibe sichtbaren Rohren Industriecharme aus.
 Justizvollzugs-Schule und Flüchtlingsunterkunft

 

Zurzeit werden die denkmalgeschützten Bauten für die Justizvollzugs-Schule und als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt. „Im Sinne der Denkmalpflege nimmt die Nutzung eines Objekts einen großen Stellenwert ein, da durch beispielsweise regelmäßiges Lüften und Heizen zur Erhaltung eines Gebäudes beigetragen wird“, so Kotlewski.

 



Anfrage der UWB - Denkmalschutz für das Anno 1819 - Bescheid vom 07.05.2019